Seite 6: Pa-Behälter-Ladehilfen der Deutschen Bundesbahn: Ihre eigene Absetzbrücke für den »VON HAUS ZU HAUS-Verkehr« im Modell für die Spur 1

Links im Bild: 
Eine beladene Absetzbrücke auf der Ladestraße steht neben dem Behältertragwagen. 

Niveaugleiches Absetzen durch Überrollen des zweiten SÜDZUCKER-Behälters vom Behältertragwagen auf die Absetzbrücke ist soeben erledigt. Und das ohne teures Spezialgerät an jedem Gleisanschluss oder -ebenso häufig- am Ladegleis des örtlichen Güterbahnhofs. 
Der bereits auf den Boden abgeladene erste pa-Behälter, rechts im Bild, benötigt für das Wiederaufsetzen auf den Schienen-Behältertragwagen einen mobilen Kran oder einen Spezial-LKW (Ackermann-Gerät) der Deutschen Bundesbahn. Beim Einsatz der Absetzbrücke dagegen entfällt dieser zusätzliche Aufwand für den pa-Behälterkunden.

Ladehilfen für den pa-Behälterverkehr- eine von vielen für die früher so zahlreichen Güterverkehrs-Kunden der Deutschen Bundesbahn

Die pa-Behälter-Absetzbrücke ist eine der vielfältigen Sondervorrichtungen aus der Gruppe der Ladehilfen für den »VON HAUS ZU HAUS-Verkehrs« der Deutschen Bundesbahn. Zusammen mit der gebührenfreien Überlassung der pa-Behälter bekamen Bahnkunden dazu auf Wunsch solche Absetzbrücken gestellt. 

Zum Einen wurde damit das aufwendige Absetzen der pa-Behälter auf den Boden eingespart. Die pa-Behälter konnten dazu von einem Güterwagen der Bahn oder einem LKW direkt auf die Absetzbrücke überrollt werden. 
Zum Anderen blieb dadurch die später oft benötigte Entladehöhe für ein vereinfachtes Entleeren durch Akippen, bzw für ein schnelles, niveaugleiches Umladen von Stückgut des pa-Behälterinhalts auf LKW-Ladeflächen erhalten. 

Für das Abkippen des Behälterinhalts von Schüttgut-pa-Behälterntypen, wie z.B. Eo, Eos, Eosa, Eoos, Ed, Ef und Eff über die Stirnseiten des Behälters, konnten die Absetzbrücken dazu zusätzlich mit einer hydraulischen Hub-Kipp-Vorrichtung geliefert werden.
Eine Absetzbrücke mit einer Hub-Kipp-Vorrichtung ausgestattet, besitzt also eine Doppelfunktion.

Absetzbrücke im Original: Wohl eines der letzten erhaltenen Exemplare - sie hat überlebt, weil sie heute noch sporadisch einen Gummischredder trägt. Der Abbau der Behälterlaufschienen und der Anbau von vier Halterungen auf der Oberseite zeugen davon.

Absetzbrückeneinsatz als Ersatz für einen Kran oder teure Spezialfahrzeuge

Insbesondere die erste Kunden-Generation der »VON HAUS ZU HAUS«-Bahnkunden konnten und mussten oft ihre pa-Behälter mit den eigenen, vorhandenen Pritschen-LKWs und den damals noch weit verbreiteten Zugmaschinen und deren Anhängern bewegen.
 
Dazu wurden die pa-Behälter auf Ihren eigenen Rollen zwischen Absetzbrücke und LKW-Fahrzeugladefläche oder direkt von einem Behältertragwagen auf der Schiene zwischen der Absetzbrücke, niveaugleich hin und her überrollt. Ein spezielles DB Behälter-Zustellfahrzeug wurde somit überflüssig. Für diesen stark vereinfachten Behälterumschlag wurde außerdem weder ein Kran-, noch ein Gabelstaplereinsatz notwendig. Solche aufwändige Infrastruktur war beim Abladen, Aufladen oder Umladen der pa-Behälter in der Fläche, fernab der Güterbahnhöfe, häufig auch gar nicht vorhanden. 
 
Die sonst notwendige Zuführung der pa-Behälter vom Güterbahnhof zum Kunden und wieder retour, meist durch DB-Spezial-LKW, Typ Ackermann B 900 ausgeführt, wurde dadurch ersetzt. Gewerbetreibende mit Absetzbrücke(n) konnten nun täglich Wartezeiten und Rollgelder für die zuvor übliche Anlieferung des Behälters durch DB-Spezialfahrzeuge einsparen.

Alltagseinsatz für den pa-Behälter-Verkehr - in Aktion dargestellt, wird er wieder lebendig...

Direkt an den pa-Behälter montierte U-Stahlschienen erleichtern Ihren Einsatz beim Behälter-Umschlag

Da in den ersten zehn Jahren des »VON HAUS ZU HAUS-Verkehrs« die Deutsche Bundesbahn nur über wenige Zustell-LKWs des oben genannten Typs verfügen konnte, war der oben beschriebene vereinfachte Transportvorgang des pa-Behältertransports, von der Ladestraße der DB - hin zum Kunden auf Pritschen-LKW, durchweg der Regelfall.

Viele pa-Behälter der Epoche 3 hatten daher für diese Überollvorgänge auf LKW, Verladerampen und Absetzbrücken, jeweis links und rechts unten, an jeder Behälterlängsseite eine U-Stahlschiene. 
Sie waren paarweise abmontierbar. In diesen 210 cm langen U-Stahlschienen geführt, konnten die Räder der pa-Behälter die nötigen Abstands- und Höhenunterschiede, von der Fahrzeugladefläche an den Abstellort, überbrücken. Mit dieser direkt am pa-Behälter befestigten Ladehilfe konnten diese so - ohne den Einsatz von Spezialtechnik - jederzeit an einen neuen Platz überrollt werden.

Die oben genannten U-Stahlschienen an einem Ekrt-Behälter zum Überollen des Behälters ohne Spezial-Fahrzeugeinsatz

Der Sonderfall: Die pa-Behälter mit Bodenentleerung

Eine ganz andere Situation ergab sich für den pa-Behältertyp mit Bodenentleerung. So wie z.B. bei dem aktuellen Zementbehälter, Typ Dzkr, aus dem MÄRKLIN Set-Nr. 58555, eine Neuheit aus dem Jahr 2010. 

Da ihre Entleerung ausschließlich von unten möglich war, wurde für diesen pa-Behältertyp nach dem Absetzten vom Behältertragwagen, der gleichzeitige Einsatz von mannshohen Absetzbrücken zur Behälterentleerung zwingend notwendig. 
Erst mit einer solchen freien Entladehöhe konnten auf Baustellen unter einen solchen pa-Behälter z.B. Absackvorrichtungen mit Wägeeinrichtung, Förderschnecken und Auslauftrichter montiert werden. Zusätzlich konnte ein pa-Behälter, welcher auf einer Absetzbrücke stand, mit Karren, Förderbändern oder einem LKW zu Entladezwecken unterfahren werden. 
In diesen Behältern mit Bodenentleerung wurden nässeempfindliche und spezifisch schwere Schüttgüter, wie z.B. loser Zement, Sand, Schwerspat, Kohlenstaub und Kunstdünger transportiert (Bild siehe Modell Absetzbrückentyp 2 weiter unten).

Die Absetzbrücken für diesen Behältertyp waren immer ohne Hub-Kipp-Funktion, allerdings gab es diese Absetzbrücke auch als rollfähige Variante mit einem gekapselten Laufrad unter jedem Standbein.
(Vgl.: Kombinierter Ladungsverkehr von Gerd Wolff, Teil 1, EK-Verlag)

Der »VON HAUS ZU HAUS-Verkehr« im Dienst der Brennstoffversorgung - Variante einer Ladekette des pa-Behälter-Verkehrs zu einem Händler ohne eigenen Gleisanschluss:

Hier wurde der pa-Behälter von der Ladestraße der Deutschen Bundesbahn mit einem Anhänger und einer Zugmaschine auf den Hof des Brennstoffhändlers gefahren und dort auf die bereitgestellte Absetzbrücke überrollt.

So können nun die neu angelieferten 5 Tonnen Hausbrandkohle jeweils nach Tagesbedarf des Händlers in kleineren Mengen bereits mit geringem Kippwinkel des pa-Behälters vor oder auf einen Lieferwagen abgekippt werden:

Der häufigste Einsatzzweck, die Brennstoffversorgung: Die Absetzbrücke ermöglicht auch tägliche...
...Teilentladungen in bedarfsgerechten Mengen, die damit verkaufsbereit auf den Hof des Händlers...
...oder alternativ auch direkt auf die Pritsche des Auslieferungsfahrzeugs gekippt werden kann.

Die Darstellung des VON HAUS ZU HAUS-Verkehrs der deutschen Bundesbahn funktioniert vorbildgetreu auch mit viel weniger Elementen...

....denn einen pa-Behältertragwagen auf der Schiene, oder das nicht mehr lieferbare Ackermann-Zustellfahrzeug der ehemaligen Firma Hübner, braucht es gar nicht, um den pa-Behälterverkehr der Deutschen Bundesbahn im Einsatz darstellen zu können. Da pa-Behälter häufig im VON HAUS ZU HAUS-Verkehr auf den letzten Kilometern, vom Ladegleis zum Empfänger, von gewöhnlichen LKWs über die Straße angeliefert wurden, kann sogar ohne Verlust an Vorbildtreue auf die Darstellung eines Bahngleises verzichtet werden - obgleich das nächste Bahngleis früher selten weit entfernt war.
Diese Eigenschaft - auch ohne Gleise - in der Fläche Schienenverkehrsgüter jeder Art und in kleiner Menge wirtschaftlich überall hin verteilen zu können, das war der entscheidende Systemvorteil des VON HAUS ZU HAUS-Verkehrs. So konnten früher viel mehr Kunden mit Güterbahntransporten auch abseits der Bahngleise erreicht werden, als heute!

Die oben dargestellte kleine Bilderserie zeigt beispielhaft genau diese früher übliche, vorbildgerechte Variante einer solchen schienengebundenen Transportkette: Hier erfolgt beim Brennstoffhändler eines kleineren Ortes die komfortable pa-Behälterentladung mit der passenden Ladehilfe. Bei dieser Lieferung handelt sich um eine kleinere Bahn-Gütersendung, für die aber kein eigener Gleisanschluss benötigt wird.

Die gleiche Situation ergibt sich für pa-Behältertransporte ebenso bei der Raiffeisengenossenschaft, beim Baustoffhändler, beim Altmetallhändler, auf der Baustelle, auf einem Bau- oder Betriebshof, auf einem Dorffest und überall dort, wo gelegentlich oder auch regelmäßig kleinere und mittlere Gütermengen umgeschlagen wurden - und das jeweils mit oder ohne einen Gleisanschluß des Bahnkunden.

Abhängig von der Branche, dem Transportgut und der räumlichen Situation des Behälterkunden, läßt sich dieses Thema als eigenständige Belade-, Entlade- oder Behälter-Umladeszene abwechslungsreich immer wieder vielfältig neu aufbauen und wunderbar lebendig im Detail ausgestalten ...

Mit nur einem pa-Behälter und einer Absetzbrücke, läßt sich der »VON HAUS ZU HAUS-Verkehr« der Deutschen Bundesbahn damit ganz einfach in Aktion darstellen.

Der VON HAUS ZU HAUS-Verkehr hat soeben Tierfutterrohstoffe bereitgestellt - Variante der HAUS ZU HAUS-Verkehrs-Lieferung eines Industriebetriebes - hier natürlich über den eigenen Gleisanschluss eines potenteren Ladekundens:

Auf dem Firmengelände sind bereits zwei der drei pa-Behälter vom Behältertragwagen abgezogen worden.
Der Kippwinkel des SÜDZUCKER-Behälters hat bereits maximale 45 Grad erreicht. Das entspricht...
...dem Schüttwinkel, der ausreichend ist, um den Zuckerbehälter restlos zu entleeren.
Der letzte Arbeitsgang wird dann das Befüllen der bereitliegenden...
...Säcke zum Weiterverkauf an den Raiffeisenhandel sein.
Doch zuvor wird erst der entleerte Behälter auf den Behältertragwagen zurückgezogen.

Ihre eigene Absetzbrücke des »VON HAUS ZU HAUS-Verkehr« für die Spur 1 - die zwei verschiedenen Modell-Varianten nach der Art der Behälterentleerung

Wir stellen hier entsprechend für die zwei durch die Art ihrer Entleerung grundlegend verschiedenen pa-Behältertypen, den jeweils passenden Messing-Präzisions-Fertigteilesatz einer Absetzbrücke vor.
Version 1, in Standardhöhe, ist für pa-Behälter, die über ihre Stirnseiten entladen wurden. Version 2, die hohe Absetzbrücke, ist für pa-Behälter mit Bodenentleerung geeignet. Die Version 1 kann zusätzlich für kippfähige pa-Behälter mit einer Hub-Kipp-Vorrichtung ausgerüstet werden. Diese Vorrichtung kann einzeln als Fertigteil Nummer 3 zugerüstet werden.

Die Modellfertigteilsätze und Fertigteile haben den Maßstab 1:32 der Spur 1. Sie sind geeignet für die Darstellung in den Epochen 3 bis 4 (1949-1989) und sind im Handel nicht erhältlich. Verwendbar sind sie für jeweils beide Hersteller von pa-Behältermodellen aus Kunststoff, also für alle vorhandenen Modelle von MÄRKLIN und Hübner.

Ein Zustellfahrzeug der Modellbaufirma Hübner ist nicht notwendig für die Bedienung der Absetzbrücke in Standard-Höhe - aber selbstverständlich paßt die Absetzhöhe exakt genau bei beiden Elementen überein.

Fertigteile-Satz 1: Die Absetzbrücke in Standardhöhe

Den Messing-Bausatz der Absetzbrücke, Variante 2, 30-teilig mit kombinierter Montage-/Bohrschablone und bebilderter Montageanleitung, komplett mit folgenden Eigenschaften und Maßen:

  • Die Modellhöhe entspricht der Ladehöhe von Behältertragwagen und der einer Standard-LKW-Pritschenhöhe. Die Absetzbrücke muss, zum Zweck einer niveaugleichen Überladung eines pa-Behälters von der Bahn auf die Absetzbrücke, dazu auf einer befestigten Fläche genau auf Höhe der Schienenoberkante stehen.
  • Die Absetzbrücke entspricht in der Bühnenlänge genau der einer Behälterbühne eines Behältertragwagens der Deutschen Bundesbahn.
  • Die Standardausstattung der Absetzbrücke ist die ohne Hub-Kipp-Vorrichtung, da sich bestimmte pa-Behältertypen z.Bsp. für Kaufmannsgüter, für Flüssigkeiten und als Druckbehälter nicht zum Abkippen eigneten (Typen: Ekrt, Ddikr, Dzkr u.a.). Auch diese pa-Behälter wuden aber zum Abladen und Umladen auf Absetzbrücke und Rampen überrollt.
Fertigteilesatz Nummer 1 (links) und der montierter Fertigteilesatz der Absetzbrücke (rechts)

Fertigteil 3: Die Hub-Kipp-Vorrichtung als Funktionserweiterung für Fertigteile-Satz 1

Die Hub-Kipp-Vorrichtung für die Absetzbrücke Variante 2, 8-teilig komplett montiert und funktionstüchtig. Mit folgenden Funktions-Maßen und Eigenschaften:

Zum Vorteil der Gewinnung von Entladehöhe der offenen pa-Behälter kommt bei der Absetzbrücke in Kombination mit der Hub-Kipp-Vorrichtung die automatische Entladungmöglichkeit von Schüttgütern durch die Schwerkraft hinzu. Es ensteht - durch die einstellbare Behälterneigung - zusätzlich die Funktion einer Sturzbühne für die pa-Behälter.

  • Maximaler Abkippwinkel für pa-Behälter: bis zu 45 Grad Neigung.
    Bei offenen pa-Behältern Typ Eo und Eos ohne Beladung und den geschlossenen pa-Behältern Typ Efkrt erreichbar.
    Mit (Modell-)Beladung der offenen pa-Behälter (je nach deren spezifischem Gewicht) besteht ab 40 Grad Neigung durch die Gewichtsverlagerung, Überkippgefahr für den pa-Behälter.
  • Schwenkbereich des Hubstempels: etwa 130 Grad. Zusammen mit den mitgelieferten zwei einlegbaren Distanzstücken in den Hubstempel, sind drei verschiedene Abkippwinkel des aufgesetzten pa-Behälters darstellbar.
  • Die Hub-Kipp-Vorrichtung kann auch vollständig in den Rahmen der Absetzbrücke eingeklappt werden um die Absetzbrücke auf diese Weise genauso für die Darstellung von nicht-kippfähige Behältern oder auch für alle bereits entleerten pa-Behälter zu verwenden.
Fertigteile der Hub-Kipp-Vorrichtung (links) und montiertes Fertigteil (rechts)

Die komplett ausgestattete Absetzbrücke, bestehend aus Teilen mit den Nummern 1 und 3, erlaubt die lebendige Darstellung der Überladeszenen von Schüttgütern jeder Art. Auf Ladestraßen und Höfe, ebenso auf LKW, Fahrzeug-Anhängern, Karren, Sackwaagen, Förderbänder und (Tief-)Bunkern, wie sie in Epoche 3 und 4 an Bahnanlagen überall zu sehen waren.

Absetzbrücke ausgerüstet mit der Hub-Kipp-Vorrichtung und offenem pa-Behälter, Bauarttyp Eo

Fertigteile-Satz 2: Die Absetzbrücke in Sonderhöhe für pa-Behälter mit Bodenentleerung

Den Messing-Bausatz der Absetzbrücke, Variante 1, 24-teilig mit kombinierter Montage-/Bohrschablone und bebilderter Montageanleitung komplett mit folgenden Eigenschaften:

  • Die Modellhöhe entspricht einer Sonderhöhe in Mannsgröße für pa-Behältertypen mit Bodenentleerung. Diese pa-Behälter konten mit einem Kran oder Gabelstapler aufgesetzt werden.
  • Die Absetzbrücke entspricht in der Bühnenlänge genau der einer Behälterbühne eines Behältertragwagens der Deutschen Bundesbahn.
  • Die Ausstattung dieser Absetzbrücke ist immer die ohne Hub-Kipp-Vorrichtung, da pa-Behältertypen mit Bodenentleerung kein Abkippen erlaubten. Der dazu passende Behältertypsatz von Märklin Spur 1 hat die Bestellnummer 58555.
Die Absetzbrücke als Fertigteile-Satz Nummer 2 für alle pa-Behälter mit Bodenentleerung

Für die Bausatz-Montage eignen sich gute Reaktionsklebstoffe:
UHU-plus Zwei-Komponenten-Klebstoff oder Cyanacrylat-Klebstoffe, wie UHU-SEKUNDEN ALLESKLEBER EASY geruchsfrei mit auf 15 Sekunden verlängerter Abbindezeit. Da alle Bauteile massiv aus Messing sind, kann die Absetzbrücke selbstverständlich auch mit einer Weichlötflamme gelötet werden. Eine bebilderte Schritt- für Schrittbauanleitung und einen Montagerahmen mit integrierter Bohrschablone für die Behälterzapfen vereinfacht und reduziert die Montage zu einer Feierabendbeschäftigung.

Und wie kommt der Zementkübel vom Zustellfahrzeug (Ackermann-Gerät) eigentlich auf diese Absetzbrücke in Sonderhöhe?

Vor einiger Zeit erreichte mich diese interessante Frage von B.W. aus Würenlos in der Schweiz:

"Mich würde der Bausatz für die Zement-Kübeln interessieren. Frage: Wie wurden im Original die Kübel ausgewechselt/angehoben? Mein Magirus "Von Haus zu Haus" würde dies in der Höhe ja nie schaffen..."

Tatsächlich musste dieser Zementbehälter recht aufwändig für die Entladung seiner Kübel auf der Absetzbrücke vorbereitet werden. So habe ich geantwortet:

"Sie haben recht. Ein Überrollen der Zementkübel mit Hilfe des Zustellfahrzeuges auf die Absetzbrücke war nicht vorgesehen und deswegen auch nicht möglich. Als der Kübelbehälter 1952 konstruiert wurde, gab es die fortschrittlichen Absetzfahrzeuge bei der jungen, kriegsgeschädigten Bundesbahn noch gar nicht! 
Die Absetzbrücke ist in dieser Höhe notwendig, weil nur so mobile Förderbänder und Fahrzeuge den Zementbehälter zur seiner Entladung unterfahren konnten. 

Die Überladung des Kübelbehälters auf die Entladehöhe der hohen Absetzbrücke erklärt sich so: 
Der Kübelbehälter selbst ist des Rätsels Lösung: Dieser Zementbehälter war deswegen als Doppelbehälter ausgebildet, also quasi geteilt, weil er komplett als Ganzes für die Mehrzahl der damaligen Hebezeuge (oft nur schwenkbare Flaschenzüge) zu schwer war... 
Für das Aufsetzen auf diesen Absetzbrückentyp wurde der Behälter zunächst aufwändig in seine Einzelbestandteile zerlegt. Dann mussten der Rollschemel und danach die beiden Zementkübel hintereinander mit einem Flaschenzug auf die Entladehöhe des Behälters, der Absetzbrückenhöhe also, gehievt werden. Der durchschnittliche Baustellen-"Kran" konnte damals maximal 3000 KG heben. Daher durfte ein einzelner Zementkübel gefüllt auch nicht mehr als 2500 KG wiegen. Ihr VON HAUS ZU HAUS-Absetzfahrzeug hätte damals den Kübelbehälter "nur" von der Ladestraße der Bahn zum Baustoffhandel oder auch direkt auf eine Baustelle transportiert und dort an gewünschter Stelle auf den Boden abgesetzt.
Die Prozedur der Entladungsvorbereitung des Kübelbehälter musste der Besteller des Zements vorort auf der Baustelle in der beschriebenen Art mit eigenen Hebezeugen selbst organisieren."

Welche Farbe hatten Absetzbrücken? Das Farbschema der Deutschen Bundesbahn gibt Anwort. Es galt genauso für ihre Ladehilfen...

Informationen zur farblichen Gestaltung der Absetzbrücken im Modell:
Die Farbe der DB-Absetzbrücken war beim Start des VON HAUS ZU HAUS-Verkehrs 1949 zunächst für kurze Zeit kieselgrau. Dieses Grau enspricht dem RAL-Farbton 7032, welches auch durchgängig die Systemfarbe des pa-Behältersystems bis zu seiner vollständigen Einstellung 1993 blieb.
Bereits wenige Jahre später jedoch, Anfang der 50ziger Jahre, wurden alle Ladehilfen der DB, zu denen auch die Absetzbrücken gehörten, in Bundesbahnblau ausgeliefert. Dieser neue Blauton der DB entsprach dem RAL-Farbton 5013, welcher in diesem Norm-Farbschema als Kobaltblau bezeichnet wird. Dieser neue Farbton hat sich in den besten Jahren der Deutschen Bundesbahn zum populären Inbegriff der Bahn der Nachkriegszeit entwickelt, weil auch viele neubeschaffte, erfolgreiche Bahnfahrzeuge in dieser eleganten Farbe abgeliefert und eingesetzt wurden.
Erst 20 Jahre später, 1972, kam der erneute Farbwechsel bei der DB. Alle ab dieser Zeit beschafften Ladehilfen, circa ab Epoche IV b, wurden seither in der Sicherheitsfarbe Signalgelb ausgeliefert, welche dem RAL-Farbton 1003 entspricht.

Diese Farbinformationen beziehen sich auf alle Ladehilfen, die dem DB-eigenen Güterumschlag dienten. Aber auch auf jene Ladehilfen, die dem DB-Güter-Kundenbetrieben entlang der Güterbahnhöfe gegen Gebühr, meist zeitlich begrenzt, zur Ausleihe gegeben wurden. Auch sie standen auf DB-eigenem Gelände, sehr oft direkt auf den Ladestraßen der damals noch flächendeckend vorhandenen Ortsgüterbahnhöfe. Sie alle waren zunächst grau, später kobaltblau und zuletzt signalgelb lackiert.

Von DB-Ladekunden für den Schienengüterverkehr privat beschaffte und genutzte Ladehilfen, auf privatem Firmengelände untergebracht und oft mit eigenem Firmen-Gleisanschluß versehen, wurden zu dieser Zeit von beinahe allen Maschinenfabriken standardmäßig in mittelgrau, oder bedarfsgerecht, zum Beispiel für den Brennstoffhandel, auch in schwarz lackiert ausgeliefert.

Zum Kreis der DB-Ladehilfen zählen neben den VON HAUS ZU HAUS-Verkehrs-Ladehilfen auch Lade-Paletten und Hubwagen, Flaschenzüge, Handkarren, Winden und Hubsysteme, Ladebäume, Geschirre und Abdeckplanen, Schubkarren, Schütten, Steigen, Holzkisten, Fässer, Säcke, Sackkarren, Sackwaagen, Auslauftrichter, mobile Überlade-Rampen und Überlade-Bleche, Pumpen und Schläuche, Silosysteme, Fördergebläse, Förderbänder, Elektrokarren, Klein-Gabelstapler und vieles mehr.
Dieser beachtliche Umfang an Ausrüstung wurde von der Bundesbahn bis in die siebziger Jahre vorgehalten, um Ihren Kunden eine schnelle, einfache Güterüberladung von Straße auf die Schiene und umgekehrt beim Ausladen von der Schiene auf die Straße an allen Güterbahnhöfen zu ermöglichen.

Die hier erwähnten Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Firmen und dienen hier nur zur Beschreibung. Daten und Inhalte sind ggf. urheberrechtlich geschützt. Es sollen hieraus keine Rechte hergeleitet werden bzw. die Markenrechte des Eigentümers berührt werden.

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