Seite 4: Für die Spur 0 - Der Mercedes-Benz-LKW L 3500 von Minichamps mit den von uns eingesetzten RC-Komponenten

Herausforderung Lenkachsen-Einbau: Für eine vordere Lenkachse in einfacher, gerader Ausführung ergeben sich beim Minichamps-Mercedes L 3500-Fahrwerk wenig günstige Voraussetzungen

Bild 1: Ergebnis nach dem Einbau der Halterung für eine Standard-Lenkachse. Das hintere Schraubenpaar (links im Bild) findet nur auf der Kunststoffplatte ihren Platz. Damit wird keine dauerhaft stabile Fügung der zu verbindenden Fahrwerksteile erreicht.

Warum uns der Einbau eine Portal-Pendelachse für den Mercedes-LKW als die bessere Alternative zur Verwendung einer Standardachse erscheint...

...sieht man auf dem Foto darüber schnell: Um den Platz für ein vorderes, lenkbares Räderpaar zu gewinnen, müssen beide Bügel am vorderen Rahmenende entfernt werden: Dieses Bild dokumentiert den laufenden Umbau, denn auf der rechten Fahrwerkseite ist diese Schritt bereits erledigt. Wie beim Original wird dadurch das angegossene Federpaket der Vorderachse wieder sichtbar. 

Doch danach ist zusammen mit dem ebenfalls zu entfernenden Vorderachsen-Schacht die vordere Bodenplatte des Fahrwerks in zwei Teile getrennt. Denn nur so lässt sich der Einbauraum für eine durchgehende, einfache Pendelachse bereitstellen. Das dadurch so geteilte Fahrwerk muss deshalb anschließend aufwendig mit vier Schrauben und dem Einbau von zwei Winkelprofilen wieder erneut durchverbunden werden. Dabei findet sich für das hintere Schraubenpaar zur Befestigung der beiden Winkelprofile ein dafür nur wenig geeignetes Kunsstoffteil.

So würde ein ursprünglich sehr stabiles, weil durchgehendes Metall-Druckguss-Fahrwerk aus einem Stück, welches wir ja für einen dauerhaften Einsatz später benötigen, in ein danach wenig Stabiles "verbastelt". Ausgerechnet an dem nun labilen angeschuhten, vorderen Fahrwerksteil müsste später der komplette Führerhaus-Aufbau mit nur einer Zentral-Schraube wieder festgezogen werden. Das würde mit der nur noch geringen restlichen Festigkeit durch das nun geteilte Fahrwerk nicht mehr dauerhaft stabil erreicht werden können. Eine qualitativ absolut unbefriedigende Lösung des Vorderachs-Einbaus also.... Diese Achsenvariante aus Bild 1 soll aus den genannten Gründen für dieses Modell nicht mehr weiter verfolgt werden. 

Bei diesen Einbau-Voraussetzungen kann nur eine alternative Lösung helfen: Mit dem Einbau einer Portal-Pendelachse kann man dieses Problem vollständig umgehen: So wird die Erhaltung dieser stabilen, durchgehenden Bodenplatte doch noch ermöglicht!

Was ist eine Portalachse? Wozu wird sie verwendet?

Bildlich gesprochen ist eine Portalachse im Querschnitt betrachtet, nichts anderes als ein auf den Kopf gestelltes U, wie in Bild 2 die rechte der beiden Achsen: 

           Bild 2: Schematische Gegenüberstellung von einer Normal- zu einer Portalachse (Foto: Wikipedia).

Man erkennt im Bilder-Vergleich oben: Die Portalachse erhöht die Bodenfreiheit - eben der von uns benötigte Platz um die durchgehende Bodenplatte unseres Fahrwerks darunter platzieren zu können

Diese so gewonnene Bodenfreiheit durch den Einbau einer Portal-Pendelachse wird für unseren Zweck nicht benötigt, um wie beim eigentlichen Einsatzzweck einer Portalachse, die Bodenfreiheit zu erhöhen. Das wäre in diesem Fall sogar vorbildwidrig. Wir benutzen die gewonnene Bodenfreiheit in diesem Fall, um die Bodenplatte des Mercedes-Fahrwerks "unzerstört" unter die erhöht liegende Vorderachse zu bekommen. Unsere Modellportal-Achse ist deshalb so konstruiert, dass sie wie ein pendelnder Bügel über der Metallbodenplatte des Modells liegt. Alle übrigen Eigenschaften des umgebauten Mercedes-LKW-Fahrwerks mit seiner neuen Lenkung unterscheiden sich im Vergleich zum Standard-Vitrinenmodell nicht: Radsturz, Bodenfreiheit und der Achsstand des umgebauten Modells mit Portal-Pendelachse bleiben unverändert gleich.

Eine komplett gekapselt in der Karosserie liegende Portalachse hat gegenüber dem üblichen von unten offenen Einbau einer durchgehenden Standardachse für den Einsatz auf der Modellanlage noch weitere Vorteile...

...denn eine ferngesteuerte, pendelnd gelagerte Parallelogramm-Achsschenkel-Lenkung hat insgesamt sechs sehr kleine Gelenke. Deswegen ist unsere gesamte Achse präzise und massiv aus Messing ausgeführt.

Leider könnten sich beim Einbau von einer von unten offenen Lenkachse später im Einsatz auf der Modellanlage lose Teile und Staub aus dem Geländebau anlagern. Der Einbau einer durchgehenden Standardachse würde dies unvermeidbar mit sich bringen. Folglich würden Achse und Achsgelenke unnötigem Verschleiß ausgesetzt.

Durch die von uns gewählte Konstruktion der Achse, nämlich als Portalachse im vorderen Fahrzeuginneren über der Bodenplatte angeordnet, ist diese vollständig geschützt eingebaut. Es ergibt sich daraus eine saubere Abschirmung dieser Mechanik gegenüber unerwünschten Einflüssen, die Störungen und Verschleiß verursachen könnten.

Wir glauben, dass diese beiden oben genannten Argumente zum Einbau einer Portalachse den geringen zusätzlichen Aufwand gegenüber der Wahl einer einfachen Standard-Achse durchaus rechtfertigen. Denn stabil in der Ausführung und möglichst störungsfrei im Betrieb soll das Modell schon sein, um später langfristig Freude daran haben zu können!

Bild 3: Doppelfunktion einer Lenk- u n d Pendelachse: Links das Original- und rechts das umgebaute Modell im Vergleich zeigen, dass die Lenkachse nicht nur den Radeinschlag zum Lenken erledigt.
Erst durch die Möglichkeit zum Einfedern dieser vorderen Achse, wird die Allradauflage des Fahrzeugs auf unebenem Untergrund, wie auf diesem Bild rechts zu sehen, ermöglicht. Eine solche Aufhängung der Achse in Verbindung mit einer starren Hinterachse, wird in der Sprache der Technik als Dreipunkt-Lagerung bezeichnet.

Die Einbauvorbereitung der Portal-Pendelachse in das Mercedes-LKW-Fahrwerk sind mit ein paar einfachen Schritten erledigt

Hier sind sie als vier Bildschritte zu sehen...

Bild 4: Dieses Foto zeigt 4 Bild-Ausschnitte vom jeweils vorderen Teil der Fahrwerksoberseite: die 4 Bearbeitungsschritte sind bis zum einbaufähigen Fahrwerk durchnummeriert.

...und dazu analog die gleichen vier Schritte mit der Textbeschreibung:

  1. Am Minichamps-Modell wird mit einer Schraube am Boden der komplette vordere Aufbau (Führerhaus mit Motorhaube und Kotflügel) abgenommen.
  2. Die Reifen an der Vorderachse werden abgezogen. 
  3. Jetzt kann man die Vorderradfelgen gegenseitig verdrehen und von der Achse abziehen (die Felgen lassen sich bei Bedarf, mit kleinen Textilresten umlegt, besser anfassen).
  4. Am Fahrwerk werden die beiden Achsbügel links und rechts abgetrennt und mit der Feile die Kanten plangefeilt. Dieser Schritt schafft den Platz, um den vorderen, gelenkten Rädern das Einschlagen zu ermöglichen. Die erhöhten Außenkanten auf der Fahrwerk-Oberseite links und rechts, werden mit der Feile auf 1 mm Resthöhe plangefeilt. Die vordere, geriffelte Fläche zwischen den beiden Außenkanten wird mit einem Schleifstift geglättet (geplant). Die zwei Bohrungen für die Halterung der Portal-Pendelachse werden nach den Maßen, welche deren Halterung vorgibt, gebohrt. Letzter Schritt (nur für den Ausbau als RC-Modell nötig): Die Kunststoff-Kardanwelle zusammen mit der Modellgetriebe-Attrappe kürzen.
  5. Unser Fahrwerk ist damit vorbereitet für den Einbau der fertigen Lenkung und entspricht nun dem Bearbeitungszustand von Fahrwerk Nr.4. 

Die beiden Seitenansichten: Oben das Fahrwerk im Originalzustand und darunter nach der Bearbeitung im Fertigzustand:

Bild 5: Es zeigt dIe gleichen Bearbeitungsschritte wie im Bild 4 darüber; hier sind die letzten beiden Schritte aus der Seitenperspektive zu sehen: sie entsprechen jenen von Schritt 3 zu 4 aus Bild 4 oben. Das untere der beiden Fahrwerke entspricht dem Fertigzustand.

Mit zwei kleinen Aussparungen bekommt die Unterseite im Innenbereich der Kotflügel der Mercedes-LKW-Karosserie den benötigten Einbauspielraum für die Portal-Pendel-Lenkachse

                                                                                    

Demnächst hierzu mehr...           

                                                                                                                                              

                                     

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